Der
amerikanische Psychiater und Psychologe Dr. med. Milton H. Erickson
(1901-1980) gilt international als einer der bedeutendsten und innovativsten
Persönlichkeiten im Bereich der Psychotherapie. Er war auch einer
der kreativsten Praktiker und Lehrer in klinischer Hypnose und Kurzzeittherapie
und hat ganze Generationen von Therapeuten beinflußt. In besonderem
Maße hat Erickon hypnotische Techniken neu belebt und sie in vielfältiger
Weise für die Psychotherapie und auch für die somatische Medizin
nutzbar gemacht.
Dabei
geht der Ansatz Ericksons über eine bloß technische und mechanische
Anwendung bestimmter hypnotischer Verfahren weit hinaus. Vielmehr vertrat
er die Ansicht, dass der Therapeut der einzigartigen Individualität
jedes Patienten gerecht werden müsse und daher alle nur möglichen
und dnkbaren Interventionstechniken in Betracht zu ziehen, bzw. anzuwenden
habe, wobei er der Hypnose allerdings eine prominente Rolle zuweist.
Hypnose ist nach Ansicht Ericksons in besonderer Weise geeignet, die
kreativen und schöpferischen Ressourcen eines Menschen zu fördern.
Ericksons
hat durch seine Gedanken und therapeutische Vorgehensweisen viele neuere
psychotherapeutische Ansätze beeinflusst, z.B. NLP systemische
Familientherapie, Kurzzeittherapie und natürlich die moderne Hypnose.
Deren pragmatische Ausrichtung und unbedingte Orientierung an den Ressourcen
ihrer Klienten/innen (Utilisationsprinzip) ist ohne die beispielgebende
Arbeit Ericksons nicht mehr denkbar.
Obwohl
Erickson es stets ablehnte, theoretische Modelle zu entwickeln oder
gar eine eigene Therapieschule zu gründen, lassen sich aus seinen
Ideen, vielen dokumentierten Fallbeispielen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen
grundlegende lehr- und lernbare Prinzipien ableten, die allen psychotherapeutisch
Tätigen wertvolle Hilfe sein können und in vielen Fällen
die Therapie kürzer und effektiver gestalten können.